Leseprobe aus Kabale und Liebe:
besser--in Gottes Namen wollt' ich sagen--so stecken Sie den Korb ein
und trinken eine Bouteille mit dem Vater--Das Mädel muß mit Ihnen
leben--ich nicht.--Warum soll ich ihr einen Mann, den sie nicht
schmecken kann, aus purem klarem Eigensinn an den Hals werfen?--Daß
mich der böse Feind in meinen eisgrauen Tagen noch wie sein Wildpret
herumhetzt--daß ich's in jedem Glas Wein zu saufen--in jeder Suppe zu
fressen kriege: Du bist der Spitzbube, der sein Kind ruiniert hat.
Frau. Und kurz und gut--ich geb meinen Consenz absolut nicht; meine
Tochter ist zu was Hohem gemünzt, und ich lauf' in die Gerichte, wenn
mein Mann sich beschwatzen läßt.
Miller. Willst du Arm und Bein entzwei haben, Wettermaul?
Wurm (zu Millern). Ein väterlicher Rath vermag bei der Tochter viel,
und hoffentlich werden Sie mich kennen, Herr Miller?
Miller. Daß dich alle Hagel! 's Mädel muß Sie kennen. Was ich alter
Knasterbart an Ihnen abgucke, ist just kein Fressen fürs junge
naschhafte Mädel. Ich will Ihnen aufs Haar hin sagen, ob Sie ein
Mann fürs Orchester sind--aber eine Weiberseel' ist auch für einen
Kapellmeister zu spitzig.--Und dann von der Brust weg, Herr
Vetter--ich bin halt ein plumper gerader deutscher Kerl--für meinen
Rath würden Sie sich zuletzt wenig bedanken. Ich rathe meiner
Tochter zu Keinem--aber Sie mißrath ich meiner Tochter, Herr
Secretarius! Lassen mich ausreden. Einem Liebhaber, der den Vater
zu Hilfe ruft, trau' ich--erlauben Sie--keine hohle Haselnuß zu. Ist
er was, so wird er sich schämen, seine Talente durch diesen
altmodischen Kanal vor seine Liebste zu bringen--Hat er's Courage
nicht, so ist er ein Hasenfuß, und für den sind keine Luisen
gewachsen--Da! hinter dem Rücken des Vaters muß er sein Gewerb an die
Tochter bestellen. Machen muß er, daß das Mädel lieber Vater und
Mutter zum Teufel wünscht, als ihn fahren läßt,--oder selber kommt,
dem Vater zu Füßen sich wirft und sich um Gotteswillen den schwarzen